JULE? LOTTE?

Jule Lotte Bröcker (*1992) macht Theater mit/und/ohne Figur. An der HDMK Stuttgart wurde sie hervorragend ausgebildet in Figurenkonstruktion, -devision und -animation bei Profs Mayer, Rinke und Feisel. Ihre Überzeugung: Animation ist alles im Theater – wir arbeiten immer gemeinsam, viele Köpfe und Herzen und Körper; Theater ist politische Arbeit. Fasziniert von der Komik durch Rhythmus animiert sie Material (mit Vorliebe Masken) und sich selbst (mit Vorliebe clownesk). Direkt, poetisch und flapsig befragt sie die Praxis des Beeindruckens und sucht nach einer detailliert kommunikativen und absurd einfachen Ästhetik. Durch ihre Arbeit ziehen sich schräge gutgelaunte Zukunftserzählungen und eine große Nähe zum Publikum, vor allem für ihre Projekte mit und für junges Publikum. Jule arbeitete sowohl mit einem Schau-/Puppenspiel-Ensemble aus Burkina Faso als auch an der nördlichsten Landesbühne Deutschlands, wo sie sich quer durch Friesland spielte. Sie gehört zum Kernteam um Stefanie Oberhoff/Gütesiegel Kultur (Stuttgart) und snuff puppets (Melbourne), mit denen sie zuletzt die Produktion “Der Kasper schlägt die Fliegen tot” für das Internationale Figurentheaterfestival Erlangen entwickelte. Eine immens wichtige Impulsplattform war der Edinburgh Festival Fringe, wo sie ihre Definition von “Clown” revidierte und zu ihrer Liebe für (britischen) Humor die Varietät von Character Clowning, Slap stick und die dem Objekttheater oft so nahe (Rhythmic) Comedy hinzufügte. Prägende Momente in physical comedy, Bouffon und Tanz erlebte sie bei Anke Gerber, Lucy Hopkins, Rosalind Crisp, This Zogg und Tony de Meyer. Sie animiert gemeinsam mit Mime David Finscher einen Kühlschrank, (“Im Kühlschrank brennt noch Licht”), baut mit Perkussionist Tom Goemare Klang-Erzähl-Maschinen, (“machin:es sonores”) und ist Mitglied beim Kollektiv “das_explorativ” (“Büro für Wunschwerte”).